Stets bremsbereit durch die Offroadstrecke - Offroad-Blog

Stets bremsbereit durch die Offroadstrecke

Auf der Offroadstrecke ist es ein besonderes Erlebnis, wenn man nicht beim ersten Tritt auf die Bremse den entsprechenden Effekt spürt – nämlich, dass die Bremswirkung einsetzt und man erst einmal der Gefahrenstelle entgegenlenken muss oder vielleicht einen Ast streift, der von einem Baum am Wegesrand hängt. Tatsächlich ist die Bremse zu betätigen zudem für den wahren Offroadfan etwas, was er eigentlich nicht so gerne macht. Denn Bremsen bedeutet auf der Offroadstrecke, dass das Fahrerlebnis ausgebremst wird. Das heißt, ständig bremsbereit sein bedeutet für den Offroadfan, dass ihm dies das Offroad-Erlebnis bzw. das Fahrgefühl mindert.

Mehr über die Bremsbereitschaft gibt es hier 

Immer bremsbereit bleiben

Dennoch muss auch der Offroadfan auf seiner Lieblingsstrecke, die er kennt, immer bremsbereit sein. Grund dafür sind Gefahrenstellen, die beim letzten Befahren der Strecke vielleicht noch nicht da waren wie ein umgestürzter Baum, der als natürliches Hindernis liegen gelassen wird. Bremsbereit sein heißt es vor allem auch beim erstmaligen Befahren einer bisher unbekannten Offroadstrecke. Hinzu kommen verschiedene Untergründe, die bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen veränderte Eigenschaften haben. Auf der einen Seite ist das ein besonderer Kick, weil man als Offroadfan nicht weiß, was hinter der nächsten Kurve lauert – auf der anderen Seite muss der Offroadfan, um nicht ein zu großes Risiko einzugehen, immer bremsbereit sein. Etwas was, der Offroadfan immer im Blick haben muss ist der Bremsweg. Das heißt, vor einem Baum auf der Offroadstrecke, von dem man nichts weiß – um beim Beispiel zu bleiben – den man rechtzeitig sieht, muss rechtzeitig die Bremse getreten werden. Dass man einen ganzen Baum mit dem Offroadfahrzeug wegschieben kann bei entsprechend hoher Geschwindigkeit gehört in die Rubrik der Wunschträume.

Bremsweg einschätzen auf verschiedenen Untergründen

Der Bremsweg auf einer Offroadstrecke ist mit dem Bremsweg auf der asphaltierten Straße nicht zu vergleichen. Hierfür gibt es gleich mehrere Gründe. Es gibt mehrere Faktoren, die den Bremsweg auf einer Offroadstrecke beeinflussen. Hierzu gehört vor allem der Untergrund. Untergründe sind je nach Streckenabschnitt bzw. Hindernis und herrschenden Witterungsverhältnissen bzw. vorherigen Witterungsverhältnissen:

  • sandig
  • matschig und/oder glatt
  • kiesig bzw. steinig je nach Größe der Steinchen oder Steine
  • nass (Wasserhindernisse)

Wenn es zuvor stark geregnet hat oder gerade regnet bei der Streckendurchfahrt können steinige oder kiesige Untergründe zusätzlich glatt sein. Und ebenfalls bei oder nach Niederschlag kann sich eine eher sandige Strecke in Matsch verwandeln. Wasser-Durchfahrten können indes in einem wahren Aquaplaning-Erlebnis enden. Hier kommt es auf die Tiefe der Wasserkuhle an. Zudem können sich größere Pfützen auf den Streckenabschnitten einer Offroadstrecke bilden, die von Feldwegen geprägt ist und im trockenen Zustand eher staubig sind. Kurz gesagt: Die Witterung kann bei Offroadfahrten durchaus den Bremsweg beeinflussen und erfordert schon jede Menge Geschick. Denn Durchfahrten durch Sand und Matsch gehören nicht zu den Standardübungen während der normalen Fahrstunde. Die Mitfahrt eines Guides beim ersten Durchfahren einer Offroadstrecke ist daher sinnvoll. Dieser kennt die Besonderheiten der Strecke und den Aufbau der Hindernisse.

Achten Sie auf der Offroadstrecke stets auf die Bremsbereitschaft 

Bremsweg verlängert sich

Wegen den erwähnten und sich ständig auf einer Offroadstrecke verändernden Untergründe – bedingt durch den Aufbau der Hindernisse und das damit geschaffene Offroaderlebnis – ist das Bremsverhalten von einem Fahrzeug auf einer Offroadstrecke praktisch von Tag zu Tag unterschiedlich. Grundsätzlich gilt: Auch auf einer Offroadstrecke verlängern Nässe, Eis, Matsch und Schnee den Bremsweg. Grund dafür ist die Verringerung der Reibhaftung der Reifen. Und auch vor Aquaplaning ist keiner auf der Offroadstrecke gefeit. Dies verlängert den Bremsweg noch einmal. Reifen, die speziell für Offroadstrecken ausgelegt sind, können mit der Situation, dass der Reifen ins Schwimmen gerät, am besten umgehen.

Länge des Bremswegs

In Bezug auf die Länge des Bremswegs spielen auf einer Offroadstrecke nicht nur die Untergründe, sondern auch die Hardware bzw. der Zustand der Bremsen, wie

  • Bremsscheiben
  • Bremsklötze
  • Bremsbeläge
  • Bremsflüssigkeit

Einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Bremsweg kann auch das Fahrzeug-Gewicht haben. Je schwerer ein Fahrzeug ist, je länger ist der Bremsweg. Das bedeutet aber nicht, dass wichtige Dinge nicht mit auf die Offroadstrecke genommen werden sollten wie eine Seilwinde oder andere Vorrichtungen, die letztlich beim Bergen des Fahrzeugs helfen können, wenn vielleicht doch mal nicht rechtzeitig gebremst wurde oder das Fahrzeug sich in Sand oder Kies oder Matsch festgefahren hat. Entscheidend für die Länge des Bremswegs ist letztlich auch das Fahrverhalten an sich. Wie schon in der Fahrschule von Beginn bis Ende propagiert wird: Es muss auch auf der Offroadstrecke vorausschauend gefahren werden. Allein auf die Technik der Bremsen kann sich der Offroadfan nicht verlassen. Das heißt, die Bremse muss rechtzeitig betätigt werden, damit der Bremsweg nicht zu lange wird. Auf einer bekannten Offroadstrecke bremst man daher besser schon mal am Ende des Feldweges ab, wenn es knapp werden sollte anstatt erst in der Kurve, wo sich schon der Übergang in den Matsch befindet. Die für den Bremsweg auf der öffentlichen asphaltierten Straße geltende mathematische Formel für den Bremsweg ist allerdings auf der Offroadstrecke nicht anwendbar.

Reifen

Maßgeblichen Einfluss auf den Bremsweg haben auch die Reifen. Diese stellen die einzige Verbindung des Fahrzeugs mit dem Untergrund dar. Die Wahl der richtigen Reifen ist daher für das Befahren von einer Offroadstrecke entscheidend auch was den Bremsweg angeht. Wer mit abgefahrenen Sommer- oder Winterreifen auf die Offroadstrecke fährt, hat im Notfall einen längeren Bremsweg als jemand, der sein Fahrzeug mit AT- oder MUD-Reifen oder Offroadreifen bestückt. Vor allem Offroadreifen haben besondere Eigenschaften, welche die Bremsleitung und letztlich den Bremsweg beeinflussen.